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Fakten Hanf als Rohstoff für Papier

Papierherstellung

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Verbrauch
Die Industriestaaten mit rund 20 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen mehr als 80 Prozent des Papiers.

Rohstoff
Für die Herstellung einer Tonne Papier aus Zellstoff werden rund 2,2 Tonnen Holz benötigt. Dabei gibt es eine Alternative zu Frischfasern: Altpapier oder Papier aus Hanf

Bedarf
Der Verbrauch von weltweit 45 kg Papier pro Jahr und Kopf verursacht enorme ökologische Schäden.
Nur wenige Hölzer haben einen höheren Zellulosegehalt als Hanf (beispielsweise Buchen- oder Fichtenholz).

Umwelt

Qualität
Hanfpapier hält sehr lange und ist auch im feuchten Zustand vergleichsweise reißfest.

Angebot
Seit 1993 bietet der größte deutsche Papierhändler Druck- und Schreibpapiere aus Hanf-Altpapier-Mischungen an und seit 1994 eine komplette Kollektion verschiedener Hanfpapiere.

Konsum
Von 1950 bis heute stieg der Papierverbrauch in Deutschland um über 700 Prozent, auf heute rund 210 Kilogramm je Einwohner und Jahr.
Eine Alternative...

Zitat
"Kurssturz: Wertpapier auf dem Weg zu seinem Papierwert." Ron Kritzfeld

 

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Vor etwa 2000 Jahren wurde Hanfpapier von den Chinesen erfunden. Damals waren Hanftextilien die wichtigste Quelle für das Papier.

Bis 1883 wurden zwischen 75 bis 90 Prozent des weltweit produzierten Papiers aus Hanffasern hergestellt. Hanf war der Grundstoff von Büchern, Bibeln, Landkarten, Papiergeld, Wertpapieren und Zeitungen.

In diesem Zusammenhang ereignete sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein makaberer Zwischenfall: Damals kaufte ein britischer Papierhersteller die Sträflingskleidung aus den Konzentrationslagern, soweit sie aus Hanf bestand.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde dann die Papierproduktion aus Holz immer billiger und das Hanfpapier wurde immer mehr vom Papier aus Holz abgelöst.
In Deutschland ist dann der Papierverbrauch geradezu explodiert: Lag er 1850 bei rund einem Kilogramm je Einwohner und Jahr, waren es bereits 100 Jahre später bereits 32 Mal so viel.
Die Herstellung von Zellstoff läuft auf chemischem Wege, wobei Lignin und Hemizellulosen größtenteils entfernt werden und in die Abwässer gelangen. Nur die übriggebliebene Zellulose wird zu Zellstoff verarbeitet, d.h. nur 40-50% des Holzes kann zu Zellstoff und damit zu holzfreiem Papier verarbeitet werden.

Holzstoffabriken leiten die ausgewaschenen Holzreste gewöhnlich in Gewässer ein. Zellulosefasern, die sich in Flüssen und Seen zersetzen, verbrauchen Sauerstoff. Die Papierherstellung aus Holz ist ein sehr energie- und chemikalienaufwendiges Verfahren. Das Endprodukt Papier steht dabei in einem sehr schlechten mengenmäßigen Verhältnis mit den benötigten Rohstoffen, Energie, Wasser und Chemikalien. Um Papier zu erhalten, muss die Struktur des Holzes zerkleinert werden. Unerwünschte Bestandteile wie Lignine, Harze, Gerbstoffe und Wachse sind dabei chemisch zu entfernen. Hanffasern enthalten dagegen nur sehr wenig Lignin, was den Vorteil hat, dass dieses zur Papierherstellung auch nicht mittels Chemikalien entfernt werden muss.

Ausserdem sind Hanfpflanzen sehr gut zur Papierherstellung geeignet, weil sie zu 50 Prozent aus Zellulose bestehen, dennoch gleichzeitig einen viel niedrigeren Ligningehalt als Holz haben.
Der Ligningehalt ist es, der die Höhe des Chemikalieneinsatzes beim Herstellungs- und Bleichprozess letztlich ausmacht. Für das herausgelöste Lignin gibt es derzeit keine kommerzielle Verwendung. Von daher wird es nach wie vor in Müllverbrennungsanlagen beseitigt.

Zur Papierherstellung gehören die Aufbereitung von Zell- und Holzstoff, Bleich- und Veredelungsverfahren. Eine einzelne holzverarbeitende Zellstofffabrik produziert mindestens 250 000 Tonnen Zellstoff pro Jahr. Vergleichend dazu stellen weltweit, alle hanffaserverarbeitenden Fabriken, gerade mal 120.000 Tonnen Zellstoff aus Hanffasern her. Eine verschwindend geringe Zahl. Führen wir uns im Vergleich zum Holz die Vorteile von Hanfpapier vor Augen.

Hanfpapier ist von bessserer Qualität und hält langer. Es ist öfter recyclebar. Hanf ist ein nachwachsender Rohstoff. Sein Einsatz ist ein Beitrag zum Umweltschutz.
Gegenwärtig wird der Hanffaser-Zellstoffs vor allem für Zigaretten- und Filterpapier, Teebeutel und Papiergeld genutzt. Hanf liefert als einjährige Pflanze auf derselben Fläche nicht nur 4- 5 mal soviel Papier wie Wald, wegen der hohen Reißfestigkeit der Hanffaser kann dieses Papier auch öfter recycelt werden als Holzpapier.Gutenberg Bibel
Geeignete Verfahren zum Faseraufschluss zur Zellstoffherstellung aus Einjahrespflanzenkönnen können das Acetosolv beziehungsweise Formacell-Verfahren sein. Mit Hilfe von Essig- und Salzsäure bewerkstelligen sie bei 110 Grad Celsius den Aufschluss der Faser.

In England gibt es Papierangebote, die aus einer Mischung von Hanf- und Strohfasern hergestellt sind. In Ungarn wurde 1994 erstmals Druck und Schreibpapier aus 100 Prozent Hanf vorgestellt. Raucher kennen es vielleicht, belgische und französische Zigarettenpapierhersteller benutzen schon lange Hanfzellstoff zur Herstellung ihrer Waren.

Heute ist der Marktanteil der Papierproduktion am Hanffasermarkt 70- 80 Prozent. Trotzdem kann man fast nirgendwo Schreibpapier aus Hanf im Laden kaufen. Der Grund ist dieser: Nur ein kleiner Anteil der Hanffasern für den Zellstoffbereich wird frei gehandelt, der größte Teil fließt in integrierte Prozessketten vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Die so entstehenden Spezialzellstoffe werden zu Zigarettenpapier, Banknoten, technischen Filtern und Hygieneprodukten verarbeitet. Es gibt es also, das Papier aus Hanf. Man muss nur danach suchen.
Leider ist zurzeit das Hanfpapier auf dem Markt noch verhältnismäßig teuer. Das liegt zum einen an fehlenden Investitionen um mehr hanfverarbeitende Fabriken zu bauen, zum anderen an der fehlenden Weiterentwicklung der Technologien.

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"In der einen Hälfte des Lebens opfern wir die Gesundheit, um Geld zu erwerben; in der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wieder zu erlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen." Francois Marie Voltaire

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